
Foto von Chris Craymer
Was mir aus dem Gespräch mit Tessa noch ganz stark im Gedächtnis geblieben ist, war der Ausdruck “anders relevante” Themen. Es scheint tasächlich so zu sein, dass Themen, die sich mit privaten oder “narzisstischen” Kontexten beschäftigen, in die Kritik geraten, weniger wichtig zu sein. Insgeheim frage ich mich, ob meine tagebuchähnlichen Liebeseinträge auch in die Kategorie des emotionalen Exhibitionismus’ fallen. Ist es intimer, jeden morgen sein Outfit zu fotografieren, oder jeden Tag ein neues Gefühl in der Magengegend zu umschreiben? Macht uns das Internet mutiger und selbstbewußter in dem, wie wir mit uns und unseren Gefühlen umgehen, oder verletzlicher? Ist es an der Zeit, dass Mädchen nicht nur mit Mode und Partyfotos erfolgreiche Blogs führen, sondern vielleicht einfach mit Texten über ihre Gefühle? Oder sind solche Gedanken auch nur dem narzisstischen Wunsch nach digitaler Aufmerksamkeit verschuldet?



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