Einfach Clara

Ein Blog über Dinge und wie ich Dinge sehe und wie Dinge mich sehen.

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Their time has come.

January 18th, 2010 · 2 Kommentare

Jedesmal wenn mein Computer mal nicht das tut was er soll, rufe ich immer die gleichen Leute an um zu fragen was ich jetzt tun sollte. Und wenn es sich um ein Problem handelt, wegen dem ich schon zum x-ten mal angerufen hab und es mir etwas peinlich ist, dass ich mir immer noch nicht selbst helfen kann, schau ich auch in Internetforen nach. Dort haben Leute wie ich, die genau gleichen Probleme wie ich, auf die dann eine Bestimmte Art von Leuten immer eine Lösung weiß. Oftmals allerdings, kann ich zu meinem Leidwesen noch nicht einmal den Schritten der beschriebenen Lösung folgen, da selbst dafür mein Wissen nicht ausreicht.
Letztens habe ich einen Beitrag im Netz gesehen, der sich damit beschäftigte, dass die „Nerds“ die Welt übernehmen. Dieser Typus Mensch, der in den Hollywoodfilmen der 80er noch kräftig belächelt wurde und in der Regel den Antihelden verkörperte, hat sich nun als für uns alle scheinbar überlebenswichtiger Zeitgenosse entpuppt. Möglicherweise war dies schon immer so. Doch nie glaube ich waren andere Menschen auf die Hilfe von „Nerds“ so sehr angewiesen wie heute, in den Zeiten des Internets. Scheinbar hat sich die breite Gesellschaft in ihr Reich begeben. Dass, die Klischees über Hornbrillen tragende Pizza verschlingende „Freaks“, die es trotz aller Versuche nicht schaffen, gesellschaftliche Anerkennung zu ergattern, nicht ganz stimmen, ist mir klar. Aber was genau unterscheidet den „Nerd“ eigentlich vom Otto Normal Bürger? Ist es einfach nur seine Begeisterung für ein bestimmtes oft sehr spezielles Thema oder aber die Bereitschaft sich diesem fast bedingungslos hinzugeben?
Fest zu stehen scheint, dass der Einfluss der „Nerds“ auf unsere Gesellschaft schon immer da war, und zu wachsen scheint, nicht nur im Internet. Denn wie ich in der Uni gelernt habe, entstehen die Trends, die unser gesellschaftliches Leben bestimmen, nicht in der Mitte der Gesellschaft sondern vor allem an ihren Rändern.

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2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Martin N. // Jan 18, 2010 at 7:49 pm

    Was unterscheidet “Nerds” von “Otto-Normal Bürger”.
    Da stört mich schon die Frage.
    Wer ist denn bitte “Otto-Normal Bürger”?
    Man sollte in diesem Kontext bitte aufhören von den “Normalen” und den “Nerds” zu sprechen. Nerds sind erstmal Menschen wie du und ich. Wie der Sportler, der seine freie Zeit im Fitnessstudio verbringt, wie der Anzugträger, der nach Feierabend gern fein essen geht, wie die Studenten, die leger gekleidet von Vorlesung zu Vorlesung durch die Straßen schlendern – und so weiter. Diese ganzen Stereotypen sind scheinbar so zutreffend.
    Aber nur scheinbar – nur solange nämlich, wie man sich die entsprechende Gruppe nicht näher ansieht.

    Was ich allerdings bei vielen, die man als “Nerds” bezeichnet – auch bei mir selbst – beobachte ist eine ungewöhnliche Form der Hingabe. Das sieht man hier bei uns im Bürogebäude ganz gut. Man weiß genau, welche Fenster zu den Technikern gehören, wenn man nur schaut, wo am Samstag- oder Sonntagabend noch Licht brennt.
    Viele versinken in den Problemstellungen. Ich kenne das nur zu gut: “So – in einer halben Stunde gehe ich los…” – dann versinkt man in die Lösung des Problems und wenn man es dann gelöst hat – in gefühlten 15 Minuten – sind 3 Stunden vergangen. Weil man nicht nur das Problem, sondern noch 5 weitere gelöst haben wollte, bevor man geht.
    Das mag jemand anderem nicht so gehen, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass sich immer wieder Menschen, die das beobachten, darüber wundern.
    Vielleicht ist Form der völligen Ausblendung der Umwelt – vielleicht auch nur die große Neugier danach, zu verstehen, wie Dinge funktionieren. Oder vielleicht ist es auch einfach nur der Ehrgeiz, ein komplexes System zu verstehen und somit zu beherrschen. Ich weiß es nicht sicher – aber ich vermute, von Allem etwas.

  • 2 Oleg Britvin // Jan 18, 2010 at 8:01 pm

    Mhhh ich glaube, da bist du noch etwas zu optimistisch. Es ist natürlich richtig, dass sog. “Nerds” tragende Rolle im Zeitalter von Internet, Computern und Technik spielen, aber leider scheinen die meisten Leute uns keine Dankbarkeit oder Anerkennung zu schenken.

    Das Problem ist, dass man den Nutzen eben nicht direkt sieht, von außen schaut es nämlich tatsächlich oft so aus, als würden Nerds wirklich nur am Computer sitzen, irgendwelche Dinge tun die kein Mensch versteht und Pizza & Kaffee verschlingen. Wenn man z.B. Arzt ist, sieht das schon anders aus. Es macht eben mehr Eindruck, wenn ein Arzt einen Kranken das Leben rettet etc… Scheinbar verstehen zu wenige, dass ohne Leute wie uns die Infrastruktur zusammenbrechen würde, was zu einer Kettenreaktion von anderen schlimmen Ereignissen führen würde.

    Und im zwischenmenschlichen Bereich gilt man oft leider nach wie vor als Freak, Clown oder Sonderling, nur weil man nich die Zeit und den Bedarf hat, sich gesellschaftlichen Standarts unterzuordnen. Man kann sich eben keine zwei Stunden die Haare stylen UND gleichzeitig die virtuellen Maschinen auf dem Server zum Laufen kriegen… Da muss man eben Prioritäten setzen.

    Die Frage ist allerdings, ob meisterhafte Kenntnisse und Fähigkeiten in Informatik und Technik allgemein tatsächlich IMMER mit dem Nerd-Image einhergehen.

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