
Foto von gnackgnackgnack auf Flicker
In “Alice im Wunderland” wird Alice durch das Trinken der Kaninchenzaubertränke erst groß dann klein. Dabei fragt sie sich die ganze Zeit, ob sie eigentlich dabei immer noch die gleiche Alice bleibt, oder ob nur durch das Verändern der Größe aus ihr ein anderer Mensch wird. Als ich und Viktor vor dem kleinem Laptop saßen und ich ihm zeigte, was man damit alles machen konnte, rutsche ihm lachend heraus: “Ach so, also je kleiner die Dinger sind, desto mehr können sie.” Dass das so ganz nicht stimmt, war uns beiden klar. Und dennoch blödelten wir eine Weile herum mit dem Gedanken, dass wir irgendwann mit Computern, die so groß sein werden wie ein Daumennagel, die ganze Welt beherrschen können. Viktor erzählte mir dann, als wir uns ausgeblödelt hatten, aus seinen Erinnerungen, als Computer noch gigantische Elektronikdinosaurier waren. Dabei erzählte er mir von dem Erfinder des ersten universellen Computers, Konrad Zuse, welcher, wie ich staunend feststellte, in Berlin geboren wurde. Wir bemerkten, dass wir beide keine Ahnung hatten wie es dazu kommen konnte, dass in kürzester Zeit die Computer so klein und handlich geworden sind. Plötzlich fingen Viktors Augen an zu strahlen und er meinte begeistert: “Ich weiß wo wir hinfahren, nach Fulda zum Konrad-Zuse Museum”. Erst war ich ein wenig skeptisch. Wie soll mir ein Museum helfen, das aktuelle Digitale Deutschland zu begreifen? Doch nach ein paar Recherchen stellte ich fest, dass es sicherlich sehr akademisch wirkt, wenn man zu seinem Thema erst einmal Grundlagenforschung betreibt. In diesem Sinne hoffe ich von keiner dieser riesigen Maschinen verwirrt oder schlimmer – verspeist zu werden. Also ab in Viktors Wagen und los geht’s Richtung Fulda! Viktor fährt und ich lese mich unterwegs schon mal ein bisschen romantisch ein.


